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Gedanken sichtbar machen 
ist etwas Wunderbares
und wenn sie dann
auch noch verstanden werden,
war die Arbeit eine gute.
GEDANKEN
SICHTBAR
MACHEN
IST
ETWAS
WUNDERBARES
UND
WENN
SIE
DANN
AUCH
NOCH
VERSTANDEN
WERDEN
WAR
DIE
ARBEIT
EINE
GUTE

Christkind oder Weihnachtsmann?

  • Autorenbild: 's Bertal
    's Bertal
  • 14. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Anfangs, als kleiner Knirps, der bislang nicht viel wusste, war für mich eines klar: Zu Weihnachten kommt das Christkind.

Mit der Zeit des älter werden tauchte plötzlich eine zweite Figur auf: der Weihnachtsmann.

Ich war etwas verunsichert und fragte, wer denn nun wirklich zu Weihnachten die Geschenke bringt.

Meine Mama musste nicht lange darüber nachdenken und begann zu erklären.


„Das Christkind hat natürlich immer viel zu tun und darum hat es auch seine Helfer, die es unterstützen.

Da ist zunächst der Nikolaus, der über alle Kinder ein Buch führte. In seinem goldenen Buch ist alles vermerkt und zusammengefasst, was die Kinder übers Jahr so machten, gutes und schlechtes. Das hilft dem Christkind ungemein bei der Wahl der Geschenke. Dann ist da noch der zweite Helfer, Knecht Ruprecht, wie er bei mir daheim in Schlesien genannt wird.

Hierzulande ist Knecht Ruprecht als Weihnachtsmann bekannt und hilft dem Christkind bei der Verteilung der Geschenke. Er hat einen großen Schlitten, mit dem er auch durch die Luft fliegen kann, wenn er einmal nur noch ganz wenig Zeit zur Verfügung hat!“


Damit konnte ich etwas anfangen und war fürs Erste zufrieden.


Bestätigt sah ich dann die Geschichte meiner Mama, als ich zum ersten Mal auf einer Weihnachtsfeier war. 

Zuerst wurde auf einer Bühne ein Märchen gespielt und danach sang ein Chor Weihnachtslieder. Dann fuhr der Weihnachtsmann mit seinem Schlitten auf die Bühne und neben ihm saß das Christkind, ich war von den Socken.

Der Schlitten war wunderschön in Rot und Gold.  Er wurde von vier Rentieren gezogen und war vollgepackt mit Geschenken. Rings um den Schlitten standen Engel und Zwerge bereit, um den Schlitten auszuräumen.

Das Christkind nahm auf einem goldenen Thron Platz. 

Der Weihnachtsmann entrollte eine lange Liste mit Namen darauf, dann begann er den ersten Namen auszurufen. Schon lief ein kleines Mädchen auf die Bühne. Ein Zwerg nahm ein Weihnachtspackerl aus dem Schlitten, gab es einem Engerl und dieses brachte es dem Christkind. Das Christkind gab das Päckchen dann dem kleinen Mädchen und wünschte ihm frohe Weihnachten.

So ging es dann den ganzen Abend, auch ich durfte mir ein Packerl abholen und war so aufgeregt, dass ich dann ganz darauf vergaß, es zu öffnen.

Als wir wieder daheim waren, fragte mich Mama: „Willst du es jetzt öffnen oder möchtest du bis Heiligabend warten?“.

Ich entschied mich für Heiligabend, auch wenn es ein wenig schwerfiel. So aber war es spannender, das Warten auf Weihnachten.

Mama nickte zufrieden und gab das Päckchen Papa zur Aufbewahrung.

„Du hattest recht, Mama!“, sagte ich zu ihr.

„Womit?“

„Na, mit dem Weihnachtsmann, dem Knecht Ruprecht!“

Mama lachte und nickte.

Nun gab es Kakao und Kekse im Wohnzimmer.

Sie hatte ein altes Buch mitgebracht, blätterte darin und schlug dann eine Seite auf, um daraus vorzulesen.

„Hör zu!“, sagte sie leise und begann:


"Von draußen, vom Walde komm ich her;

ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!

Überall auf den Tannenspitzen

sah ich goldene Lichtlein blitzen,

und droben aus dem Himmelstor

sah mit großen Augen das Christkind hervor.


Und wie ich strolch’ durch des finstern Tann,

da rief’s mich mit heller Stimme an:

“Knecht Ruprecht”, rief es, “alter Gesell´,

heb deine Beine und spute dich schnell!

Die Kerzen fangen zu brennen an,

das Himmelstor ist aufgetan,

alt und jung sollen nun

von der Jagd des Lebens einmal ruhn,

und morgen flieg ich hinab zur Erden;

denn es soll wieder Weihnachten werden!”

Ich sprach: “Oh lieber Herre Christ,

meine Reise fast zu Ende ist;

ich soll nur noch in diese Stadt,

wo’s eitel gute Kinder hat.”


“Hast denn das Säcklein auch bei dir?”

Ich sprach: “Das Säcklein, das ist hier;

denn Äpfel, Nuß und Mandelkern

essen fromme Kinder gern.”


“Hast denn die Rute auch bei dir?”

Ich sprach: “Die Rute, die ist hier;

doch für die Kinder nur, die schlechten,

die trifft sie auf den Teil den rechten!”

Christkindlein sprach: “So ist es recht;

so geh mit Gott, mein treuer Knecht!”


Von draußen, vom Walde komm ich her;

ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!

Nun sprecht, wie ich’s hier innen find!

sind’s gute Kind, sind’s böse Kind?"


Meine Mama sah mich an und meinte dann:

„Hier sind’s gute Kind!“


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Vieles kann zurückgenommen werden, nur Worte nicht!
VIELES KANN ZURÜCKGENOMMEN WERDEN, NUR WORTE NICHT!
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